rkock guitars & amps
Polier-Mittel...
Mittel zum Finishing der Gitarre kann man heute nicht mehr so einfach in jedem
Malergeschäft kaufen. Meistens muß es bestellt werden. Ein komplettes Sortiment von
Poliermitteln kann man von der Firma Zweihorn bekommen. Zweihorn bietet zudem ein "Handbuch zur
Holzoberflächenveredelung" (als PDF-Datei) auf einer kostenlosen CD-ROM.
Beiz-Tipps
Lackpolieren
Erforderliche Arbeitsmittel zum Lackpolieren (alle Produkte sind bei der Firma Zweihorn erhältlich)
Folgende Arbeitsgänge sind durchzuführen:
Herstellen eines Polierballens
Das wichtigste Werkzeug beim Polieren ist der Polierballen. Auf jeden Fall muß er mit Sorgfalt und aus gutem Material geformt werden. Das Innere des Polierballens besteht aus Baumwollwatte, die zu einem festen Kern - »mausförmig« heißt es in der Poliersprache zusammengedrückt wird. Darüber zieht man einen Wolllappen (reine Wolle, nicht Synthetik). Über den Wollappen zieht man ein »tausendmal gewaschenes« Leinen. (Weniger oft ist auch noch gut genug, nur nicht neu und frisch gestärkt soll es sein.) Der Kern des Ballens kann auch aus aufgetrennter reiner Wolle - früher nahm man rohe Schafwolle - bestehen, über den das Leinen gezogen wird.
Zu Anfang des Polierens wird mit grobem Leinen poliert, die weiteren Arbeitsgänge mit mittelfeinem bis feinen Leinen vorgenommen. Der Leinenüberzug innerhalb eines Arbeitsganges soll ab und zu ausgewechselt werden.
Handhabung des PolierballensSchleifflüssigkeit
Nach ca. 2 Wochen Trockenzeit werden kleine
Unebenheiten an der Lackoberfläche plan geschliffen. Man verreibt dazu mit einem Lappen
etwas Schleifflüssigkeit auf der Holzoberfläche, und schleift mit Sandpapier (Körnung
400600) nach. Kanten und Erhebungen werden nicht mit dem Schleifklotz, sondern
vorsichtig von Hand geschliffen, da sonst der aufgetragene Lackuntergrund soweit wieder
abgenommen wird, daß die nachfolgende Politur in den offenen Poren versinkt. Durch das
Schleifen mit Schleifflüssigkeit wird die hochglänzende Lackoberfläche mattiert.
Außerdem wird ein besonders feiner Schliff erzielt.
Nach einer Trockenzeit von mindestens 3 Stunden wird der durch das Schleifen entstandene
graue Schleifstaub sorgfältig mit einem sauberen Tuch entfernt. Mit der Weiterbehandlung
wird noch einige Stunden gewartet, bis die Oberfläche gänzlich getrocknet ist.
Verteilerpolitur
Mit einem Ballen, dessen Überzug nicht aus Leinen,
sondern aus weichem Fensterleder besteht, wird Verteilerpolitur mit kräftigen, kreisenden
Bewegungen auf der Oberfläche verteilt, um eventuell entstandene Schleifkratzer und noch
offenstehende Poren zu beseitigen. Der Auftrag kann mehrfach in kurzen Abständen
wiederholt werden. Zur Beurteilung der Holzoberfläche betrachtet man diese schräg gegen
das Licht Einwandfreie Beleuchtung ist dafür Voraussetzung.
Sofort nach dem letzten Ballen Verteilerpolitur setzt man einen Ballen Deckpolitur (also
Politur 1:3 verdünnt, Ballenüberzug Leinen) auf, um eine gute Verbindung mit der
nachfolgenden, eigentlichen Deckpolitur zu schaffen. Danach läßt man die Fläche über
Nacht trocknen.
Deckpolieren
Nachdem man sich eine glatte, nicht absinkende Grundpolitur geschaffen hat, wird die Deckpolitur aufgebaut. Mit einem frischen Ballen, Überzug feines Leinen, verreibt man in kreisenden Bewegungen geringste Mengen vorschriftsmäßig verdünnter Deckpolitur (ca. 1: 3). Man füllt sich etwas von der verdünnten Politur in eine flache Schale, taucht den Ballen leicht ein, um ihn dann auf der Holzoberfläche jeweils gut auszupolieren. Nach etwa 34 Ballenaufträgen, d. h. wenn der Ballen leicht an der Oberfläche zu kleben anfängt, sollte eine Trockenzeit von einigen Stunden besser über Nacht eingelegt werden. Der Polierballen wird während dieser Zeit in einem Glas verschlossen. Auch die polierfähig verdünnte Politur wird während dieser Zeit gut verschlossen. Falls diese aber zu dickflüssig geworden sein sollte, kann sie jederzeit mit dem entsprechenden Lösungsmittel wieder verdünnt werden.Die Anzahl der Ballenaufträge mit Deckpolitur richtet sich ganz nach der Holzstruktur und dem gewünschten Glanzeffekt.
Sollten sich während des Deckpolierens Streifen, rauhe Stellen oder Staub eingearbeitet haben, kann jederzeit mit Bimsmehl zwischengeschliffen werden. Man bereitet sich einen frischen Ballen zu, gibt zwischen Wolle und Leinen etwas Bimsmehl und schleift damit in gleichmäßigen, kreisenden Bewegungen. Anschließend muß der feine, weiße Bimsmehlstaub wieder entfernt werden, bevor weitere Politur aufgetragen wird.
Nachdem man solange wie möglich ohne Zuhilfenahme von Polieröl Deckpolitur aufgetragen hat, wird der Ballen immer schneller zu kleben anfangen, und man verwendet jetzt einige Tropfen Polieröl. Man gibt entweder einige Tropfen direkt auf die Holzfläche oder auf den Ballen und verteilt 01 und Deckpolitur gleichzeitig. Ein satter Glanz überzieht die Oberfläche und die folgenden Ballen lassen sich spielend leicht verteilen. Jeder Ballen muß trocken, d. h. auspoliert werden. Die Ballendecke erhärtet schneller als zuvor. Es sollen auch hier wie beim Handpolieren nur geringste Mengen Öl verwendet werden. Nach einigen Ballen läßt man die Fläche wieder über Nacht trocknen.
Auspolieren
Zum Auspolieren bereitet man sich einen frischen Wollballen zu, der mit feinem Leinen überzogen wird. Dieser frische Ballen kommt nicht mehr mit Bimsmehl oder Porenfüller in Berührung.
Es werden in diesem letzten Arbeitsgang die noch vorhandenen Ölspuren gänzlich entfernt und die Politur erhärtet. Wie beim Handpolieren dient auch beim Lackpolieren das Öl zur besseren Verteilung der Politur, muß aber abschließend wieder entfernt werden, da die Oberfläche sonst nach einiger Zeit stumpf und fleckig würde.
Der frische Ballen wird mit Abziehpolitur und wenigen Tropfen Öl in großen Zügen über die Fläche verteilt Abschließend wird dem Ballen noch etwas Alkohol oder Deckpoliturverdünner zugegeben und trockenpoliert, bis die Fläche klar ist. Letzte Ölreste werden mit einem Hochglanzpolish entfernt. Man gibt einige Tropfen direkt auf die Fläche und verreibt es mit einem Wattebausch. Mit einem sauberen Trikotlappen, den man einige Male wechseln muß, wird die Fläche wieder gesäubert, bis sie sauber und im Hochglanz steht.
Dieses Hochglanzpolish greift die Politur nicht an
und kann auch zum Säubern und Auffrischen alter polierter Oberflächen
benutzt werden.
Wie beim Handpolieren kann eine zu hochglänzende Fläche mit Bimsmehl, Holzkohlepulver,
Tripelpulver, Wiener Kalk wieder etwas mattgebürstet werden.
[home] [inhalt]
[zurück] [weiter]
Copyright © 2005 by rkock guitars & amps
Zuletzt geändert am: 14. November 2005